Type
Part or chapter of a book
Title
Eine realistische Vision der europäischen Integration? : der tschechische Europadiskurs
Editor
Baden-Baden : Nomos Edizioni
Pages
95 - 115 p.
Abstract
DE
Eine der wesentlichen Determinanten des Diskurses über die europäische Integration, sei er derer, welche die Integration befürworten oder jener, die sie zurückweisen, ist die Befürchtung, als ungleicher Partner in einem Gebilde behandelt zu werden, das von den traditionellen Kontinentalmächten Frankreich und Deutschland regiert wird. Dieses immer wiederkehrende Thema, der Nachdruck, mit dem darauf hingewiesen wird, dass die Tschechische Republik als gleichwertiger Partner und nicht als Mitglied zweiten Ranges ihren Platz in der Union hat, sowie die strikte Ablehnung einer Union mit zwei Geschwindigkeiten bezeugen dies. Im Diskurs der Europhilen wird die Integration als Schutz dargestellt, im Diskurs der Euroskeptiker hingegen als Gefahr. Aber grundlegend für beide ist ein gewisses Gefühl der Ohnmacht und der Fragilität: die Fragilität der tschechischen nationalen Identität nach der Trennung von den Slowaken, die des staatlichen Rahmens und die der nationalen Souveränität nach Jahren kommunistischer Herrschaft. Den Eurorealisten dient die EU zur nationalen Selbstbestätigung durch Abgrenzung. Es wird hervorgehoben, dass es der Tschechischen Republik nicht mehr um die "Rückkehr nach Europa" geht. Dieser Prozess ist bereits abgeschlossen, bei dem westliche "Standards", von denen die 40 Jahre Kommunismus die Tschechen ferngehalten haben, wiederhergestellt wurden. Die Tschechen fühlen sich, so die Schlussfolgerung, als gleichwertige Europäer und wollen auch als solche wahrgenommen werden...
BIBLIOGRAPHIC QUOTE
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