Type
Article
Titre
Die Wiederherstellung des Marktsubjekts
Dans
Berliner journal für Soziologie
Auteur(s)
LE GALÈS Patrick - Centre de recherches politiques de Sciences Po (CEVIPOF) (Auteur)
SCOTT Alan - Universität Innsbruck (Auteur)
Éditeur
DE : Akademie Verlag
Numéro
19
Pages
6 - 28 p.
ISSN
08631808
Résumé
DE
Großbritannien gilt im Allgemeinen als ein Labor für „Governance“-Experimente unter dem Leitbild des „New Public Management“: Outsourcing, die Einrichtung von Binnenmärkten im öffentlichen Dienst, Zielvereinbarungen, Controlling. Der veränderte Regierungsstil und die neuen Steuerungsmechanismen, die ihn begleiten, waren einst synonym mit „Thatcherismus“, wurden aber von New Labour fortgeführt und weiterentwickelt. Die kritischen Sozialwissenschaften haben zunächst den Hegemoniebegriff von Gramsci aufgegriffen, um diese Wende zu analysieren. Später kam das von Foucault inspirierte Paradigma der „Gouvernementalität“ hinzu, das die Mikroebene des Verhaltens und Benehmens betonte. Dieser Artikel folgt dieser Perspektive auf die Mikroebene, versucht aber die zentralen Fragen, die diese Experimente aufgeworfen haben, unter Rückgriff auf Max Webers Konzept der „bürokratischen Revolution“ und Karl Polanyis Analyse der Herstellung des Marktsubjekts durch eine gleichzeitige Lockerung und Straffung der Kontrolle anzugehen. Der Weber-Polanyi-Ansatz kann die Wechselwirkung zwischen den Änderungen auf der Mikroebene der Lebensführung und der Mesoebene von Instrumenten, die diese Änderungen herbeiführen sollten, deutlicher machen. Der Artikel stützt sich auf empirische Beispiele aus verschiedenen öffentlichen Dienstleistungssektoren, vor allem aus dem Bildungs- und Gesundheitssystem. Die Analyse bestätigt die These, dass nicht eine Aushöhlung des Staates der entscheidende Faktor der Transformation ist, sondern die Veränderung seines Wirkungsbereichs und seiner Instrumente.

CITATION BIBLIOGRAPHIQUE
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